Ethikrat soll Regeln für autonome Autos aufstellen

15-11-2017

Die große Mehrheit in der Automobilbranche (86 Prozent) fordert, dass ein Ethikrat oder eine ähnliche, unabhängige Instanz festlegen soll, wie ein selbstfahrendes Auto in Gefahrensituationen agiert. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bitkom unter Vorstandsmitgliedern und Geschäftsführern von Unternehmen der Automobilindustrie. Im Sommer hat die Ethik-Kommission des Bundesverkehrsministeriums erste Leitlinien für die Programmierung automatisierter Fahrsysteme veröffentlicht. Den Softwareanbieter, der die Künstliche Intelligenz für das selbstfahrende Auto entwickelt, sehen nur 4 Prozent in der Pflicht, Regeln aufzustellen. Ähnlich halten die Unternehmen es mit dem Gesetzgeber (3 Prozent) und den Automobilherstellern selbst (2 Prozent).

Die Frage, wer die Verhaltensrichtlinien für autonome Fahrzeuge aufstellt, beantworten die Entscheider der Automobilbranche ganz anders als ihre Kunden. So möchte jeder dritte Bundesbürger (34 Prozent) die Klärung ethischer Fragen um autonome Fahrzeuge Forschungseinrichtungen überlassen. Jeder Vierte sieht die Autohersteller selbst in der Verantwortung (25 Prozent), ähnlich viele wünschen sich eine Entscheidung des Gesetzgebers (24 Prozent). Gerade einmal 11 Prozent sprechen sich für einen Ethikrat oder eine ähnliche unabhängige Instanz aus. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Umfrage unter 1.006 Bundesbürgern, die bereits zu Jahresbeginn im Auftrag des Bitkom durchgeführt wurde.

Um aktuelle Fragen rund um das autonome Fahren geht es am 27. November auf der Digital Mobility Conference des Bitkom. Die Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen des Mobilitätssektors diskutieren dabei unter anderem über den rechtlichen Rahmen der neuen Mobilität sowie intermodale Verkehrsdaten.