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Im Vorfeld der Digital Mobility Conference treffen wir ausgewählte Speaker zum Gespräch über die Mobilität der Zukunft. Michael Frankenberg ist CEO von HaCon und gleichzeitig Leiter Intermodal Solutions bei Siemens Mobility. Am 24. Oktober spricht er über digitale Lösungen für eine vernetzte Mobilität. Schon jetzt erklärt er, wie intermodale Reiseketten dazu beitragen können, Mobilität nachhaltiger zu gestalten.

Intermodale Reiseketten: Neue Verkehrsmittel sinnvoll nutzen – Ein Gespräch mit Speaker Michael Frankenberg

Im Vorfeld der Digital Mobility Conference treffen wir ausgewählte Speaker zum Gespräch über die Mobilität der Zukunft. Michael Frankenberg ist CEO von HaCon und gleichzeitig Leiter Intermodal Solutions bei Siemens Mobility. Am 24. Oktober spricht er über digitale Lösungen für eine vernetzte Mobilität. Schon jetzt erklärt er, wie intermodale Reiseketten dazu beitragen können, Mobilität nachhaltiger zu gestalten.

 

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Welche Bandbreite umfasst das Leistungsportfolio von Siemens Mobility?

Mobilität wird immer komplexer – wegen zunehmender ökologischer Anforderungen, genauso wie auf Grund neuer Mobilitätsanbieter in stetig wachsenden Großstädten. Auch der technologische Fortschritt im Bereich selbstfahrender Autos schafft neue Herausforderungen.

Wir denken Mobilität neu, um diese Komplexität beherrschbar zu machen – in allen damit verbundenen Bereichen: Unser ganzheitliches Angebot umfasst neben Fahrzeugen auch Infrastruktur- und Automatisierungslösungen für den Schienenverkehr. Wir entwickeln smarte Verkehrstechnik, um das Straßenverkehrsmanagement so effizient und umweltfreundlich wie möglich zu gestalten. Wir bieten aber auch digitale Services und Lösungen für die Fahrgastkommunikation, die intermodale Reiseplanung sowie für das Ticketing, die Fahrplanerstellung, das Flottenmanagement und nicht zuletzt Mobility Data Analytics, um das Reisen noch angenehmer und den Betrieb wirtschaftlicher zu machen. Mit dem Know-how aus all diesen Bereichen unterstützt unser Consulting Mobilitätsanbieter auch bei der erfolgreichen Bewältigung der digitalen Transformation.

 

In welchen Mobilitätsbereichen sehen Sie derzeit das größte Potential?

Jedes Verkehrsmittel bietet individuelle Vorteile. Aktuell stehen neue Angebote wie E-Scooter, Carsharing, Carpooling oder autonome Shuttles im Zentrum der Aufmerksamkeit, wenn es darum geht, Mobilität nachhaltiger zu gestalten und die Verkehrsbelastung in Großstädten zu reduzieren. Aber auch Sharing-Nutzer müssen ihre Leihfahrzeuge nach der Fahrt irgendwo abstellen. Eine wirkliche Entlastung bringen Fahrzeuge, die eine große Anzahl an Fahrgästen transportieren können: Bahnsysteme von der Straßen- und U-Bahn bis zum Fernverkehrszug müssen daher das Rückgrat eines nachhaltigen und staureduzierenden Mobilitätskonzeptes sein. Ein Zug transportiert zu Hauptverkehrszeiten bis zu 145 Fahrgäste auf einer Fläche von 85 Quadratmetern. In puncto Fläche ein klarer Gewinn gegenüber dem Transport derselben Anzahl von Menschen in Autos.

Wirklich attraktiv wird ein Mobilitätskonzept für Fahrgäste aber erst dann, wenn es sie flexibel von Tür zu Tür und nicht nur von Station zu Station bringt. Unsere digitalen Lösungen sind darauf ausgelegt, E-Scooter, Carsharing und Co. für die Bewältigung der ersten und letzten Meile einzusetzen und mit dem ÖV zu integrieren. Letztlich geht es um die optimale Vernetzung aller verfügbaren Verkehrsmittel unter Berücksichtigung der lokalen und regionalen Möglichkeiten und Ziele – und der individuellen Präferenzen der Reisenden.

Unsere Apps und webbasierten Anwendungen verknüpfen alle verfügbaren Verkehrsmittel so intelligent zu intermodalen Reiseketten, dass Fahrgäste so schnell, günstig, flexibel, CO2- und platzsparend wie möglich an ihr Ziel kommen und setzen damit das Konzept Mobility as a Service (MaaS) um.

 

Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen auf dem Weg hin zu einer vernetzten Mobilität?

Kaum jemand wohnt direkt am Bahnhof. Unsere intelligenten Trip Planner ergänzen den ÖV, wie gesagt, auf der ersten und letzten Meile. Damit Fahrgäste problemlos umsteigen können und ein nahtloses Reiseerlebnis haben, muss aber auch die Infrastruktur angepasst werden. Haltestellen und -stationen sind heute für den Umstieg zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln optimiert. Hier brauchen wir städtebaulich bessere Lösungen, die die Mikromobilität besser integrieren. Auch im Bereich Software gibt es an dieser Stelle noch Raum für Innovation. Beispielsweise könnten Fahrgäste mit demselben Ziel über die digitale Buchung bereits in einem Zugabteil gepoolt werden, um den Umstieg auf Shuttles so einfach wie möglich zu gestalten. Das Rendezvous zwischen Fahrgast und Fahrzeug muss einfach sein, sonst bleibt die Verkehrswende aus.

 

Wie können neue Transport- und Mobilitätskonzepte die Bemühungen zum Klima- und Umweltschutz unterstützen?

Öffentliche Verkehrsmittel und insbesondere Züge sind das Rückgrat eines nachhaltigen Mobilitätskonzeptes. Mit Hilfe von Mobility as a Service-Plattformen motivieren wir Menschen dazu, sie verstärkt zu nutzen. Information ist der erste Schritt: Routenvorschläge können darauf hinweisen, wie umweltfreundlich die verschiedenen Reiseketten sind, die Fahrgästen für ihre Reise zur Verfügung stehen. Die neue App, die HaCon im Auftrag des Luxemburger Verkéiersverbond entwickelt hat, macht dies ganz transparent. Je mehr „Blätter“ eine Reisekette bekommt, desto umweltfreundlicher ist sie. Fahrgäste erkennen so auf einen Blick, wie sie möglichst CO2-neutral ans Ziel kommen. Möglich sind auch finanzielle Anreize: Plattformbetreiber können individuell auf Reisende zugeschnittene Rabatte anbieten, wenn sie bei gleicher Reisezeit eine Reisekette mit geringem CO2 -Ausstoß wählen.

 

Welche Erkenntnisse erhoffen Sie sich von der diesjährigen Digital Mobility Conference?

Ich finde es spannend, dass im Bereich Mobilität nicht mehr so sehr in Schubladen gedacht wird. Reisende nutzen heute ein viel breiteres Spektrum an unterschiedlichen Verkehrsmitteln, als noch vor wenigen Jahren. Gepaart mit der sehr vielfältigen Teilnehmergruppe aus Politik, Wirtschaft, dem öffentlichen und dem Individualverkehr erwarte ich, dass die Digital Mobility Conference das optimale Umfeld für interessante Diskussionen und neue Impulse bietet.

 

Vielen Dank für das erkenntnisreiche Gespräch!

 

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Entdecken Sie die Mobilität von morgen

Wie gelangen Sie künftig an Ihr Ziel – mit einem autonomen Shuttle, einem Ridesharing-Fahrzeug oder mit einem intermodalen Mix vernetzter Fortbewegungsmittel? Kaum ein Thema reizt die öffentliche Debatte wie die Diskussion über neue Formen der Fortbewegung. Seien auch Sie dabei, wenn wir gemeinsam mit führenden Experten die neuesten Konzepte und technologischen Entwicklungen im Mobilitätssektor diskutieren.

Auf der dritten Digital Mobility Conference des Bitkom am 24. Oktober 2019 in Berlin werden wir mit über 400 Teilnehmern unter anderem über diese Themen sprechen:

  • Schadstoffarm, nachhaltig, digital – Welchen Beitrag leisten neue Mobilitätskonzepte zum Klimaschutz?
    Der Beitrag digitaler Mobilitätskonzepte zum Klimaschutz lässt sich noch nicht genau beziffern. Doch schon jetzt zeichnen sich zahlreiche Bereiche ab, in denen digitale Konzepte eine klimafreundlichere Mobilität ermöglichen können. Auf der #dmco19 werden wir gemeinsam mit Spezialisten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft diese Potenziale erörtern.
  • Intelligent, bezahlbar, vernetzt – Wie organisieren Kommunen künftig den ÖPNV?
    Immer neue Formen der Fortbewegung treffen auf etablierte Verkehrskonzepte. Gleichzeitig drängen neue Anbieter und innovative Verkehrsmittel auf den Markt. Auch die geplante Novelle des Personenbeförderungsgesetzes sorgt für eine intensive Diskussion. Zusammen mit Vertretern aus Verkehrswirtschaft, Kommunen und Gesellschaft diskutieren wir, wie neue und etablierte Konzepte zusammenwirken können, um den Bürgern das beste Mobilitätsangebot zu machen.

Die Digital Mobility Conference 2019 findet erstmals im Rahmen der Smart Country Convention statt – Deutschlands größter Messe für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors. Die Teilnahme an der #dmco19 ist kostenfrei.

 

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