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Der Digitalverband Bitkom fordert von der Bundesregierung eine Strategie für die Entwicklung und Einführung von automatisiert fahrenden Zügen. Zwar sei es erfreulich, dass die Große Koalition im Koalitionsvertrag 2018 eine entsprechende Schwerpunktsetzung bei der Forschungsförderung formuliert und „die umwelt- und verkehrspolitischen Potenziale digitalisierter und automatisierter Schienensysteme erkannt“ wurde, heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes.

Der Lokführer ist ein Autopilot

  • Konkrete Forschungsprojekte sollen autonome Züge voranbringen
  • Bitkom veröffentlicht Stellungnahme zum automatisierten Fahren auf der Schiene

Der Digitalverband Bitkom fordert von der Bundesregierung eine Strategie für die Entwicklung und Einführung von automatisiert fahrenden Zügen. Zwar sei es erfreulich, dass die Große Koalition im Koalitionsvertrag 2018 eine entsprechende Schwerpunktsetzung bei der Forschungsförderung formuliert und „die umwelt- und verkehrspolitischen Potenziale digitalisierter und automatisierter Schienensysteme erkannt“ wurde, heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes. Allerdings sei es dringend notwendig, weitere konkrete Maßnahmen festzuschreiben. „Der Schiene kommt für die Mobilität der Zukunft gerade mit Blick auf Umwelt- und Klimapolitik eine besondere Bedeutung zu. Das betrifft sowohl den Güter-, als auch den Personenverkehr“, sagt Dr. Christopher Meinecke, Leiter Digitale Transformation beim Bitkom. „Deutschland hat die Chance, beim automatisierten Fahren auf der Schiene Leitanbieter zu werden, wenn wir rechtzeitig die Weichen richtig stellen. Leider wurde im Klimapaket die Chance verpasst, diese Möglichkeit zur Erhöhung der Transportkapazitäten aufzugreifen.“

 

Bitkom empfiehlt, bei der Forschungsförderung für automatisiertes und autonomes Fahren auf der Schiene Schwerpunkte auf drei Bereiche zu legen. Erstens sollte ein Fokus auf die Entwicklung von KI-basierter Fahrwegsüberwachung und Hinderniserkennung gelegt werden, die sich auf der Schiene deutlich von den Herausforderungen auf der Straße unterscheidet. Erforderlich sind dazu etwa auch hochgenaue Karten des öffentlichen Schienennetzes. Zweitens sind innovative Kommunikationstechnologien mit reduzierter Latenz und hoher Zuverlässigkeit auf Basis der 5G-Technologie notwendig. Und drittens sollten Testfelder für automatisiertes Fahren auf der Schiene entstehen, insbesondere um integrierte Mobilitätskonzepte in Städten zu erproben. Von solchen Testfeldern könnten insbesondere kleinere Unternehmen profitieren, da so die Einstiegshürden gesenkt werden, entsprechende Technologien zu entwickeln.

 

Nach einer Anfang des Jahres veröffentlichten Bitkom-Umfrage geben 63 Prozent der Bundesbürger an, dass sie autonom fahrende U-Bahnen oder Straßenbahnen nutzen würden (2015: 51 Prozent), 54 Prozent wollen sich in einen fahrerlosen Fernverkehrs-Zug setzen (2015: 50 Prozent). Damit liegen Schienenfahrzeuge klar vor autonom fahrenden Taxis (48 Prozent), Pkws (47 Prozent), Bussen (38 Prozent) oder Flugzeugen ohne Pilot (12 Prozent). Meinecke: „Automatisiertes und autonomes Fahren kann gerade auf der Schiene die Sicherheit erhöhen und dafür sorgen, dass gerade dicht befahrene Strecken besser genutzt werden können.“

Die vollständige Stellungnahme „Automatisiertes Fahren auf der Schiene“ steht hier zum Download bereit.

 

Entdecken Sie die Mobilität von morgen

Wie gelangen Sie künftig an Ihr Ziel – mit einem autonomen Shuttle, einem Ridesharing-Fahrzeug oder mit einem intermodalen Mix vernetzter Fortbewegungsmittel? Kaum ein Thema reizt die öffentliche Debatte wie die Diskussion über neue Formen der Fortbewegung. Seien auch Sie dabei, wenn wir gemeinsam mit führenden Experten die neuesten Konzepte und technologischen Entwicklungen im Mobilitätssektor diskutieren.

Auf der dritten Digital Mobility Conference des Bitkom am 24. Oktober 2019 in Berlin werden wir mit über 400 Teilnehmern unter anderem über diese Themen sprechen:

  • Schadstoffarm, nachhaltig, digital – Welchen Beitrag leisten neue Mobilitätskonzepte zum Klimaschutz?
    Der Beitrag digitaler Mobilitätskonzepte zum Klimaschutz lässt sich noch nicht genau beziffern. Doch schon jetzt zeichnen sich zahlreiche Bereiche ab, in denen digitale Konzepte eine klimafreundlichere Mobilität ermöglichen können. Auf der #dmco19 werden wir gemeinsam mit Spezialisten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft diese Potenziale erörtern.
  • Intelligent, bezahlbar, vernetzt – Wie organisieren Kommunen künftig den ÖPNV?
    Immer neue Formen der Fortbewegung treffen auf etablierte Verkehrskonzepte. Gleichzeitig drängen neue Anbieter und innovative Verkehrsmittel auf den Markt. Auch die geplante Novelle des Personenbeförderungsgesetzes sorgt für eine intensive Diskussion. Zusammen mit Vertretern aus Verkehrswirtschaft, Kommunen und Gesellschaft diskutieren wir, wie neue und etablierte Konzepte zusammenwirken können, um den Bürgern das beste Mobilitätsangebot zu machen.

Die Digital Mobility Conference 2019 findet erstmals im Rahmen der Smart Country Convention statt – Deutschlands größter Messe für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors. Die Teilnahme an der #dmco19 ist kostenfrei.

 

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